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GGE online: Themen und Impulse |
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Maskulin und feminin - wer sind wir? |
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Die biblischen Hintergründe unserer Identität |
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von Manfred Schmidt |
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Artikel aus dem "Brief an die Freunde" Nr. 35 |
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Der Zwang zur Neukonstruktion |
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Gesellschaftliche Gegebenheiten wie Ehe und Familie, die noch vor wenigen Jahrzehnten selbstverständlich waren, zerbrechen. Damit zerfallen auch Gerüste, die unser Leben stabilisiert haben. Jeder muss sein eigenes Leben jetzt von Grund auf selbst konstruieren – aber kaum einer weiß wie. Höchstes Engagement und permanente Flexibilität werden gefordert: räumlich, zeitlich, äußerlich, innerlich – der Mensch als Hochleistungs-Chamäleon. So wird der Burn-Out zur typischen Krankheit unserer Zeit.
Am heftigsten sind dabei die Veränderungen im Zusammenleben der Einzelnen. Mit der Ehe, der unverbrüchlichen Partnerschaft zweier Menschen, bröckelt an allen Ecken und Enden auch die Stabilität und der Halt, den sie Erwachsenen wie Kindern gewährt. Partnerschaften auf Zeit, Patchwork-Familien, und der Stress des Alleinerzieher-Daseins stellen ungeheure Anforderungen an unsere psychischen und sozialen Ressourcen.
Zudem scheinen sich auch die allerletzten Gewissheiten des Ichs aufzulösen. Im Zeitalter der Geschlechtsumwandlungen kann ich mir noch nicht einmal mehr sicher sein, ob ich Mann oder Frau bin. Vielleicht empfinde ich morgen ganz anders als heute? Soll ich mich dann wirklich der Willkür des biologischen Zufalls unterwerfen – oder nicht doch mein biologisches Geschlecht dem gefühlten anpassen lassen? Mit der Sexualität sind wir da inzwischen schon weiter: hetero-, homo- oder bisexuell ist keine Frage mehr, nur noch eine individuelle Präferenz – wenn man den Medien und Meinungsmachern glauben will.
Wir sind mit unserer Realität im Zeitalter der „Postmoderne" angekommen. Eines der wesentlichen Prinzipien dieser Weltanschauung lautet „Dekonstruktion“ – der Abbau bzw. die Zerstörung aller sozialen und individuellen Vorgaben des Ichs – im Namen seiner Autonomie. Genau das erleben wir in unserem Alltag. Und der Zwang zur grundlegenden „Neukonstruktion“ unserer Lebenswelt, ja unseres gesamten Ichs, überfordert immer mehr Menschen.
Ein Gutes hat dieser ganze Prozess tatsächlich, auch aus christlicher Sicht: Wir sind gezwungen, uns die grundlegenden Fragen ganz neu zu stellen – und Antworten zu finden. Ohne sie werden wir nicht überleben, weder gesellschaftlich noch individuell. Wenn die alten Brunnen versiegen, müssen wir neu nach dem Wasser des Lebens graben. Alte Sichtweisen und Rollenmuster müssen geprüft werden, ob sie wirklich der Sicht und dem Willen Gottes entsprechen. So besteht die Chance, Gottes Wort ganz neu zu hören, damit es wieder zur Anrede und Wegweisung für uns wird.
Was heute mit am stärksten in Frage gestellt wird, sind die Grundlagen unseres Menschseins.Deshalb möchte ich versuchen, hier einige grundsätzliche biblische Perspektiven aufzuzeigen, die auch in der heutigen „Gender-Diskussion“, der Frage nach der Geschlechtlichkeit des Menschen, weiterhelfen können.
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Grundaussagen zum Verhältnis der Geschlechter: 1. Mose 2 |
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Bevor wir zu den in diesem Zusammenhang entscheidenden Aussagen von 1.Mose 1 kommen, müssen wir uns zunächst die „Rahmenbedingungen“ ansehen, die sich in 1.Mose 2 finden.
In der zweiten Erzählung von der Erschaffung des Menschen (1.Mose 2,7-25) beschließt Gott zunächst: „Nicht gut ist, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen, ihm Gegenpart“ (2,18; Übersetzung Martin Buber). Anschließend wird dann bekanntlich geschildert, wie Gott aus einer „Rippe“ Adams die Frau erschafft.
In dieser bildhaften Erzählung werden eine Reihe grundlegender Aussagen getroffen:
• Mann und Frau sind beide direkt und unmittelbar von Gott erschaffen. „Rippe“ hin oder her: Die Frau ist nicht etwa vom Mann abgeleitet, sondern wird durch einen eigenen souveränen Schöpfungsakt Gottes hervorgebracht. Bei der Erschaffung des „Adam" (was hier noch den undifferenzierten Menschen meint), benutzt Gott als Material die Erde, bei der „Frau“ dann einen Teil Adams. Damit wird deutlich, dass die Frau in der gleichen Weise Mensch ist, wie der Rest, der dann nachher „Mann“ ist. Hier steht die biblische Sicht im Gegensatz zu weiten Teilen des antiken Denkens, das im Mann den ganzen, in sich geschlossenen, autonomen Menschen sah und der Frau nur ein defizitäres und deshalb untergeordnetes Menschsein zugestand.
• Die Bezeichnung als „Hilfe“ stellt die Frau auf die gleiche Stufe wie den Mann. Anders als es die bekannte Übersetzung Luthers mit „Gehilfin“ für uns Heutige suggeriert, wird das hebräische Wort éser von Gleich- oder Höherrangigen ausgesagt (es wird oft für Gott verwendet, wenn er dem Menschen hilft, z. B. Ps 70,6). Es geht hier also um eine Unterstützung unter Gleichen.
• Mann und Frau ergeben nur zusammen den ganzen Menschen. Das drückt das Bild des „Aus-der-Seite-genommen-Seins“ aus. Nicht nur die Frau ist auf den Mann verwiesen, sondern der Mann braucht auch die Frau, um sein volles Menschsein zu finden. Beide finden das, was ihnen fehlt, im jeweils anderen; erst darin werden sie „Mensch“ im vollen Sinn.
• Frau und Mann sind zur Partnerschaft erschaffen. Der Begriff „Gegenüber“ (kenegdó) meint genau das: das Gegenüber eines gleichwertigen Gesprächspartners (Buber übersetzt mit „Gegenpart“, die Einheitsübersetzung mit „die ihm entspricht“).
• Der Mensch erkennt das spontan. Als Adam der Frau begegnet, stellt er keine langen philosophischen Überlegungen an, sondern jubelt: „Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; sie soll ‚Männin‘ gerufen werden, denn vom Mann ist sie genommen!“ (1.Mose 2,23). Hier tauchen nun erstmals die Begriffe für „Mann“ (’isch) und „Frau“ (’ischscháh) auf – Luther übersetzt den hebräischen Gleichklang deshalb mit „Männin“. „Mann“ und „Frau“ differenzieren also im Hebräischen den Menschen einerseits nach Geschlecht – und machen in ihrem identischen Wortstamm zugleich seine Einheit und Gleichartigkeit deutlich.
• Das Gegenüber der beiden Geschlechter ist auf das Einswerden hin angelegt. So formuliert der Mensch, als er sich in der Zweigeschlechtlichkeit erkannt hat: „Darum wird ein Mann (’isch) seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau (’ischscháh) anhangen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“ Der Mensch erkennt selbst, dass er im Tiefsten auf das andere Geschlecht hin angelegt ist, um dort Ergänzung und Einswerden zu finden und darin sein Menschsein in einem umfassenderen Sinn zu verwirklichen.
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Die Dynamik Gottes als Ursprung der Dynamik des Menschen: 1.Mose 1 |
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Gehen wir nun zur ersten Erzählung von der Erschaffung des Menschen über (1.Mose 1,26-31). Hier werden in theologisch kompakter Sprache Aussagen getroffen, die unser Verständnis der individuellen Geschlechtlichkeit entscheidend vertiefen.
1. Der Mensch ist als Ebenbild Gottes erschaffen – das ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Texts. Von diesem Ansatz begründen sich die Würde und die Stellung des Menschen in der Schöpfung, worauf wir in diesem Zusammenhang nicht weiter einzugehen brauchen. Auffällig ist dabei nun, dass dies der einzige Fall ist, wo Gott von
sich selbst in der Mehrzahl spricht: „Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis“ (1,26). Warum?
2. Offenbar ist hier von einer inneren Vielfalt bzw. Differenzierung Gottes die Rede. Christliche Theologie hat deshalb von Anfang an hier einen Hinweis auf das (erst später so bezeichnete) trinitarische Wesen Gottes gesehen – denn im nächsten Vers ist ja gleich wieder von Gott in der Einzahl die Rede („Gott schuf den Menschen in seinem Bilde"). Eine trinitarische Differenzierung dürfte dem Verfasser dieses Texts allerdings wohl noch nicht vor Augen gestanden haben. Er spricht stattdessen von einer anderen Differenzierung, und zwar nicht direkt bei Gott, sondern bei seinem Ebenbild, dem Menschen.
3. Der Eine Mensch wird als „männlich und weiblich“ differenziert. Dabei beobachten wir das gleiche auffällige Hin- und Herpendeln zwischen Einzahl und Mehrzahl wie schon bei Gott. In poetischer Verdichtung heißt es: „Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn, männlich und weiblich schuf er sie“ (1.Mose 1,27)
Aufschlussreich sind dabei die ganz anderen Formulierungen gegenüber dem zuvor besprochenen Text: Hier ist nicht von „Mann“ und „Männin“ die Rede, sondern von „männlich und weiblich“. Diese beiden sorgfältig gewählten Begriffe sind nicht nur Adjektive, also Bezeichnungen von Eigenschaften (im Unterschied zu den Substantiven „Mann“ und „Frau“), sondern sie gehören im Hebräischen auch zu völlig anderen Wortstämmen (sachár und neqebáh). Um das im Deutschen annähernd wiederzugeben, sollte man vielleicht besser von „maskulin“ und „feminin“ sprechen. Nun könnte man das natürlich schlicht auf einen anderen Sprachgebrauch zurückführen (deshalb wird in den meisten Bibelübersetzungen einfach, aber ungenau von „Mann und Frau“ gesprochen). Aber die theologisch präzisen Formulierungen des gesamten Textes, nicht zuletzt der bewusste Wechsel zwischen Singular und Plural bei Gott wie beim Menschen, legen einen anderen Schluss nahe.
4. Das Gegensatzpaar „maskulin – feminin“ meint zwei unterschiedliche Grundhaltungen gegenüber der Wirklichkeit. Nachdem diese Differenzierung im Menschen irgendwie mit seiner Gottes-Ebenbildlichkeit zusammenhängt, muss es dabei um etwas anderes gehen als um einen rein biologischen Unterschied. Denn für einen Juden war es unvorstellbar, dem einen Gott biologisch-sexuelle Eigenschaften zuzuschreiben. Hier stand der alttestamentliche Glaube im schärfsten Widerspruch zu den Religionen seiner Umwelt, die von Fruchtbarkeitsgöttern – und den sie begleitenden sexuellen Praktiken – geprägt waren. So spricht die Differenzierung „maskulin – feminin“ von etwas Grundlegenderem als der biologischen Zweigeschlechtlichkeit des Menschen. Es geht um zwei Grundhaltungen gegenüber der Wirklichkeit, zwei Formen, sich der Welt und dem Anderen gegenüber zu verhalten. Es sind „ontologische“ Kategorien, also Kategorien, die mit dem Sein als solchen gegeben sind, und zwar vor und jenseits jeder biologischen Geschlechtlichkeit. Diese beiden polaren Grundhaltungen sind offenbar schon in Gott vorhanden, zu dessen Bild der Mensch ja gerade geschaffen ist. Nachdem sie aber mit „maskulin – feminin" bezeichnet werden, haben sie auch irgendwie etwas mit den beiden Geschlechtern des Menschen zu tun. Mit heutiger Begrifflichkeit könnte man vielleicht sagen: „Gender“ (hier definiert als die grundlegende Polarität von maskulin und feminin) ist eine transzendente Realität, die sich in noch näher zu bestimmender Weise auch in unserem biologischen Geschlecht („sex“) widerspiegelt. Diese Grunddifferenz geht also nicht auf eine gesellschaftliche Konstruktion zurück, im Unterschied zu den Rollen, die den Geschlechtern – zu Recht oder zu Unrecht – zugewiesen werden.
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Unterschiedliches Verhalten zur Wirklichkeit |
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Vielleicht sollten wir zunächst noch einen Schritt weiter gehen, um die biologisch geschlechtlichen Assoziationen zu vermeiden, die auch bei den Begriffen maskulin – feminin immer noch anklingen. Die beiden Grundeinstellungen ließen sich neutral mit „aktiv“ und „rezeptiv“ beschreiben, „handelnd“ und „empfangend“, „initiativ“ und „sich einlassend auf“. Ganz ähnlich schreibt Papst Benedikt XVI. in seiner „Einführung in das Christentum“: „Wir sind mit unseren Überlegungen nun an einer Stelle angelangt, an der sichtbar wird, dass es zwei Grundformen menschlichen Verhaltens zur Wirklichkeit gibt, von denen die eine nicht auf die andere zurückgeführt werden kann“.
Der erste Schritt ist also zu erkennen, dass es sich bei maskulin und feminin um unterschiedliche
Grundhaltungen handelt, die unser Verhalten zur Wirklichkeit prägen. Die beiden Grundhaltungen des Rezeptiven und des Aktiven prägen alle unsere Bezüge, in denen wir stehen. Wenden uns dann mit dieser Sicht erneut an die Bibel, so ergeben sich weitere, vielleicht überraschende Einsichten und Konsequenzen:
Die beiden Grundhaltungen stammen von Gott her; sie charakterisieren ihn in der Dynamik seines innersten Wesens. So wird in den Begriffen „Vater“ und „Sohn“ für die Personen in Gott ausgesagt, dass einer sich dem anderen verdankt und sein Wesen von ihm her empfängt: Sohn ist der Sohn nur, weil er einen Vater hat, aber auch der Vater ist nur Vater, sofern und weil sich der Sohn ihm als Gegenüber schenkt. Gleichzeitig sind Vater und Sohn in ihrem sich gegenseitig Schenken höchst aktiv „handelnd“, in je eigener Weise. Ähnliches ließe sich von dem Verhältnis zum Heiligen Geist aussagen. Weil aber diese beiden Dimensionen des Aktiven und Rezeptiven in Gottes Wesen begründet sind, werden sie auch in seinem Handeln gegenüber der Welt sichtbar.
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Gesunde Balance auch in der Gemeinde notwendig |
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Überblicken wir die bisher gesagten Punkte, so lassen sich folgende Konsequenzen daraus ziehen. Zum einen: Wenn die aktive und rezeptive Dimension (das „Maskuline“ und „Feminine“) in Gott und in seiner Schöpfung ihren Grund haben, dann stehen sie nicht zu unserer Disposition, wie man uns oft glauben machen will. Vielmehr müssen wir Raum schaffen für ihr Wirken in gegenseitiger Ergänzung und Balance.
Dann gilt aber auch: Jeder Mensch hat als Ebenbild Gottes maskuline und feminine, aktive und rezeptive Eigenschaften. Tendenziell ist bei Frauen die feminine, bei Männern die maskulinem Seite stärker ausgeprägt, doch kann das bei der einzelnen Person jeweils anders sein. Entscheidend ist die von Gott geschaffene Person in ihrer Individualität. Aufgabe bleibt in jedem Fall, ein stärkeres Gleichgewicht zu finden, sowohl in sich selbst, wie auch im Miteinander mit anderen.
Die rezeptive Haltung als Empfangen und Antwort auf die Initiative Gottes hat im Glaubensleben einen gewissen Vorrang, muss aber notwendigerweise zur Aktion führen, zum gehorsamen Handeln. Beide Haltungen sind notwendig, um an der Liebe Gottes und untereinander Anteil zu haben und sie zu verwirklichen.
Nachdem die Grundhaltungen von maskulin–feminin / aktiv–rezeptiv in Gott begründet sind, müssen sie sich auch im Leben der Gemeinde widerspiegeln. Für das einzelne Glied am Leib Christi gilt, dass es seinen Platz entsprechend seiner individuellen Begabung und Ausstattung findet. In unserem Zusammenhang heißt das: gemäß dem je eigenen individuellen „Mix“ von aktiven und rezeptiven, „maskulinen“ und „femininen“ Anteilen. Damit sind Aufgaben- und Rollenzuschreibungen aufgrund der bloßen Geschlechtszugehörigkeit überholt. Das gilt auch für die Leitung: Auch wenn man „Leiten“ exklusiv dem aktiv–maskulinen Cluster zuordnet, muss man Raum machen für Frauen mit „maskulinem“ Profil – weil Gott sie so geschaffen hat. Liest man im Neuen Testament etwa die Grußliste von Römer 16, so stellt man fest, dass von den dort erwähnten Mitarbeitern (heute würden wir sie „Leiter“ nennen) knapp 40 Prozent Frauen sind – für antike Verhältnisse ein enorm hoher Prozentsatz, zumal kaum wohlhabende Frauen darunter waren.
Auch für die Gemeinde gilt: Das Aktive kann nicht ohne das Rezeptive sein – und umgekehrt. Die Konsequenz daraus heißt dann: Jedes Glied der Gemeinde ist auf die Ergänzung durch andere angewiesen. Niemand kann für sich allein Christ sein – und so malt Paulus uns in 1.Korinther 12 plastisch vor Augen, wie Glieder des einen Leibes aufeinander angewiesen sind.
Wenn wir anfangen, aus dieser biblischen Perspektive zu leben, werden wir als Einzelne heiler und gesünder werden. Der Schlüssel dafür ist, dass wir unsere Beziehung zu Gott zu vertiefen – das Hören auf den, der in jedem Moment die Quelle unseres Lebens ist. Dann müssen wir unsere Identität nicht mehr selbst konstruieren, sondern dürfen sie von ihm her empfangen – und sie dann aktiv umsetzen und verwirklichen. Dabei wird dann auch unser Miteinander zunehmend von dem Prinzip geprägt werden „Achtet den anderen höher als euch selbst" (Phil 2,3). Und so werden wir als Gemeinden immer mehr dahin kommen, „dass wir eine Reife erreichen, deren Maßstab Christus selbst ist in seiner ganzen Fülle“ (Eph 4,13 NGÜ).
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Weitere Informationen: |
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Erschienen im "Brief an die Freunde der GGE" Nr. 35. Gekürzter und bearbeiteter Abdruck aus: "Wörnersberger Anker" 2009/1. |
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Verfasst wurde dieser Beitrag von: |
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Manfred Schmidt |
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Manfred Schmidt ist Theologe und leitet gemeinsam mit seiner Frau Ursula eine Gemeinde in Nürnberg. Beide sind außerdem Autoren des Buches „Hörendes Gebet“ und führen bundesweit Seminare zu diesem Thema durch. |
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Letzte Änderung: 25.08.2009, 10:19 Uhr |
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