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GGE online: Themen und Impulse
  Gott im Internet
  Das Web 3.0 und die Zukunft
  von Katja Lehmann
 
   Artikel aus dem "Brief an die Freunde" Nr. 34  
 
   Das Phänomen des Social Networking
  Bereits rund 200 Millionen Menschen weltweit sind bereits Mitglied bei Facebook, einem Webportal für Social Networking. Dort kann man eine eigene Profilseite mit Bildern, Videos und Informationen anlegen und sich über bestimmte Funktionen mit anderen vernetzten, Gruppen und Fanclubs beitreten und kommunizieren. Viele Menschen nutzen diesen Dienst privat, um mit Bekannten und Freunden in Kontakt zu bleiben, aber auch viele Medien, Firmen und Organisationen sind bereits bei Facebook aktiv. Ähnlich ist es auch mit anderen Seiten wie MySpace, Flickr, YouTube, Xing, StudiVZ und eben Twitter. Wer gehört und gesehen werden will, muss im Internet 3.0 präsent sein. Bis vor einigen Jahren sprach man noch vom Web 2.0, das im Gegensatz zur Anfangszeit mehr und mehr interaktiv ausgerichtet war. Von einer globalen Demokratisierung der Information war die Rede. Nun sprechen die ersten Experten bereits vom Web 3.0, das in seiner Entwicklung in den letzten Jahren sehr stark auf die Bildung sozialer Netzwerke ausgerichtet war. Twitter ist seit einigen Monaten auf Platz eins der virtuellen Trends. Bereits 30.000 natürliche und juristische Personen sind in Deutschland bei Twitter aktiv. Dort kann man per Kurznachricht über Aktivitäten und Ereignisse berichten oder auch nur eine kurze Meldung verfassen, die Auskunft darüber gibt, was man gerade tut. „What are you doing?“ – „Was tust du gerade?“ ist dabei die Schlüsselfrage, über die man sowohl bei Twitter als auch bei Facebook mit anderen Anwendern in Kontakt kommen kann, die Kommentare zum aktuellen Status, den jemand dort veröffentlicht, verfassen können. Auch Nachrichten lassen sich sich so fast in Realzeit verbreiten. So war eine der ersten Meldungen des Amoklaufs von Winnenden von einer Twitter-Userin ins Netz gestellt worden.

Gemeinsam für alle Social-Networking-Seiten ist die totale „Barrierefreiheit“ Jeder kann überall dabei sein, lediglich ein kurzer Anmeldevorgang und eine Email-Adresse sind erforderlich und schon kann man die virtuellen Welten selber erobern und mit anderen in Kontakt treten. Es gibt kaum ein größeres Unternehmen, das es sich leisten will und kann, diese Entwicklungen zu ignorieren. Und was für große globale Akteure gilt, gilt auch für ideelle Organisationen, Bewegungen - und die Kirchen. Auch bei religiösen Bewegungen ist der Trend längst angekommen. Kirchen, Gemeinden, Denominationen und Veranstalter werben auch im Web 3.0 längst um die Aufmerksamkeit der Anwender. Bei Facebook gibt es Unmengen von christlichen Interessegruppen und das Webportal evangelisch.de startet zum Kirchentag einen Rekordversuch, die gesamte Bibel über Twitter zu verbreiten. Potentiell ist das Internet vielleicht die größte Chance zur Evangelisation, die die Welt bisher gesehen hat – rein virtuell zumindest. Doch wie sehr die sozialen Netzwerke unser reales Leben und unsere realen Beziehungen beeinflussen, ist noch wenig erforscht. Was passiert mit einem Menschen, der sich im Internet bekehrt und Christ wird? Gelingt es, den Glauben auch ins wirkliche Leben zu transportieren? Gelingt es, das Interesse am Glauben zu erhöhen, nur weil man zeitgemäße Medien benutzt? Gelingt es, in einem immer dichter werdenden Informationsdschungel über Wahrheitsgehalte schneller Nachrichten nachzudenken?

Wie auch immer man die Entwicklungen im Internet betrachten mag, ignorieren kann man sie nicht – und vielleicht lässt sich so die beste Botschaft der (virtuellen) Welt in Zukunft noch effektiver als bisher verbreiten. Im Web 3.0 und 4.0 und ….

 
Verfasst wurde dieser Beitrag von:  
  Katja Lehmann  
  Katja Lehmann arbeitet seit vielen Jahren als Redakteurin für die GGE und freiberuflich als Grafik-Designerin und Übersetzerin. Sie lebt in Schweden.  
 
  E-Mail: lehmann@gge-online.de  
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  Letzte Änderung: 14.12.2010, 09:37 Uhr
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05.02.2012
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