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GGE online: Themen und Impulse
  Welche Absichten verfolgt Gott, wenn er redet?
  Hilfen zum Umgang mit Prophetie im Alltag
  von Marianne und Wolfgang Peuster
 
   Artikel aus dem "Brief an die Freunde" Nr. 32  
 
   Prophetien werden zur Auferbauung, zur Ermutigung und zum Trost gegeben
  Knapp zwanzig Jahre nach der Himmelfahrt Jesu gab es in Jerusalem die erste größere christliche Konferenz. Es ging um Gemeindefragen, um das richtige Vorgehen bei Evangelisationen und es ging um die Missionsarbeit im Ausland. Einige Teilnehmer berichteten auch über das Wirken des Heiligen Geistes und über die Zeichen und Wunder, die sie erlebt hatten. Am Schluss der Konferenz machten sich Paulus und Barnabas auf den Rückweg in ihre Heimatgemeinde nach Antiochia, fast fünfhundert Kilometer entfernt, und sie bekamen aus Jerusalem zwei Begleiter mit auf den Weg: Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas.

Kaum waren sie in Antiochia eingetroffen, wurde eine Gemeindeversammlung einberufen und dort von der Konferenz in Jerusalem berichtet. Anschließend heißt es in dem Text von Apostelgeschichte 15,32: Danach sprachen Judas und Silas, die beide die Gabe der Prophetie besaßen, noch lange zu ihnen, um sie im Glauben zu ermutigen und zu stärken.

Diese beiden Gläubigen, Judas und Silas, waren Ermutiger! In Vers 26 werden sie beschrieben als Männer, die für Jesus Christus, unseren Herrn, ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. An dieser Stelle eine persönliche Frage an mich – und an Sie: Könnte man mich auch so beschreiben, als jemand, der sein Leben aufs Spiel gesetzt hat für den Namen unseres Herrn Jesus Christus? – Diese beiden jedenfalls waren erfüllt vom Heiligen Geist und sie hatten beide die Gabe der Prophetie. Weil der Heilige Geist wusste, dass die Gemeinde in Antiochia eine Ermutigung brauchte, schickte er Judas und Silas dorthin. Ohne zu zögern machten sich beide auf den beschwerlichen Weg, denn sie waren von ihrem Auftrag begeistert, für andere Christen Ermutiger sein zu können.

Paulus war auf seiner zweiten Missionsreise und hatte schon einiges an Verfolgung und Anfeindungen erlebt. In Philippi wurde er gemeinsam mit Silas ins Gefängnis gesperrt, doch als sie um Mitternacht Lobpreislieder sangen, gab es ein Erdbeben, und sie wurden freigelassen. Kaum waren sie in Thessalonich, ging die Verfolgung weiter und sie flüchteten nach Beröa. Dort gab es wieder Unruhen wegen ihrer Evangelisation, und Paulus zog rasch weiter nach Athen. Dort wurde er verspottet, und so ging er nach Korinth. Als Paulus in Korinth wieder angefeindet und verspottet wurde, war das Maß voll und er wollte aufgeben. Doch da griff Gott ein, begegnete ihm nachts in einer Vision und forderte ihn auf: Hab keine Angst. Rede weiter und schweige nicht! Denn ich bin mit dir. Niemand wird dir schaden, denn ich habe viele Menschen hier in dieser Stadt. Diese Erfahrung ermutigte den Paulus so stark, dass er weitere achtzehn Monate in Korinth blieb und die Gemeinde erst verließ, als die dortigen Christen so fest im Glauben standen, dass sie auch ohne Paulus zurechtkamen.

 
   Prüfung ist wichtig!  
  Bei einem Gebetstreffen wurde für verschiedene Teilnehmer um Heilung gebetet. Wolly und ich waren etwa eine Stunde mit dem Auto unterwegs und kamen hinzu, als gerade für eine Pastorenfrau gebetet wurde, die eine Nervenerkrankung hatte, verbunden mit Rückenschmerzen. Mir kam ganz plötzlich eine Bibelstelle in den Sinn, nämlich Jesaja 30,20. Ich kannte diesen Vers nicht und schaute deshalb in meiner Bibel nach und nannte dann Wolly die Stelle, damit er prüfen konnte, ob das Wort für diese Frau eine Bedeutung hatte. Der Text der Verse 20-21 lautete nach der Elberfelder Übersetzung so: Und hat der Herr euch auch Brot der Not und Wasser der Bedrängnis gegeben, so wird dein Lehrer sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen. Und wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken abbiegt, werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, den geht!

Während ich dann weiter für die Frau betete, bekam ich das Wort Unwahrhaftigkeit. Diesen Eindruck gab ich ebenfalls zur Prüfung an Wolly weiter. Nachdem er innerlich darüber gebetet hatte, sprach er der Frau laut die beiden Verse aus Jesaja 30 zu und sagte dann: Durch die Unwahrhaftigkeit anderer Menschen bist du sehr verletzt worden, und Krankheit konnte in dein Leben kommen. Aber jetzt wird Jesus eingreifen und dich herausholen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Über die Reaktion der Frau war ich sehr überrascht, denn sie schrie auf und brach weinend zusammen und sagte immer wieder: Genau das ist geschehen in meinem Leben! Diese beiden prophetischen Eindrücke waren wie ein Durchbruch, und nach dem Gebet sagte diese Frau im Gespräch, dass sie jetzt gestärkt und voller Hoffnung sei und ein neues Vertrauen zu Gott gefunden habe.

An diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, prophetische Eindrücke nicht einfach weiterzusagen, sondern zuerst auslegen und prüfen zu lassen. Wenn man für einen Kranken betet und Jesus innerlich fragt, was die Ursache ist, und dann das Wort Unwahrhaftigkeit hört, ist vielleicht der erste Gedanke: Na klar, weil derjenige unwahrhaftig gewesen ist, konnte die Krankheit ihn angreifen. Ohne großes Nachdenken spricht man dann aus: Du bist krank geworden wegen deiner Unwahrhaftigkeit. In unserem konkreten Fall wäre die Pastorenfrau ganz am Boden zerstört gewesen, und das prophetische Wort hätte das Gegenteil von dem bewirkt, wozu der Heilige Geist es ursprünglich gegeben hatte. So ein falscher Umgang mit ungeprüfter Prophetie kommt leider relativ oft vor und richtet großen Schaden an.
  
   Gott vertraut sich seinen Dienern an  
  Immer wieder habe ich es erlebt, dass Jesus mir Dinge mitteilt, bevor sie geschehen –das können schöne Dinge, aber auch Dinge, die mit Trauer und Unglück zu tun haben – ohne dass ich durch Gebet etwas daran ändern könnte. Bei dem Propheten Amos steht folgendes: Gott, der Herr, tut nichts, ohne sein Geheimnis vorher seinen Dienern, den Propheten, anvertraut zu haben. Ich möchte Ihnen dazu ein trauriges Erlebnis erzählen, das Jesus gebraucht hat, um andere zu trösten.

Eines Tages kam ein Freund zu Besuch, ein Manager mit einer hohen beruflichen Position. Wir waren sehr erschrocken, weil er so abgemagert war. Er erzählte uns, dass er zusammen mit einigen Freunden für einen Pastor fastete, der krebskrank war. Vierzig Tage wollten er und seine Freunde fasten und Jesus um das Leben dieses Pastors bitten. Wie ein Blitz hat mich das getroffen, und ich dachte mir, dass ich solche Freunde auch gern hätte. – Dieser Freund bat mich nun darum, mit ihm zu beten und Jesus zu fragen, wie er diese Situation sieht. Beim Beten um das Leben dieses Pastors, den ich persönlich gar nicht kannte, bekam ich folgende Vision:

Ein böser Mund öffnet sich und spricht bitter und böse. Eine riesige, große, weiß gekleidete Gestalt trägt diesen krebskranken Pastor auf dem Arm. Der Pastor sieht aus wie ein Häufchen, wie ein kleines Bündel, wie zugerichtet, so klein wie ein Kind, aber geborgen und getragen. Unter den Füßen der übergroßen, weiß gekleideten Gestalt züngelt Feuer, und Schlangen versuchen, hochzuschießen. Aber sie erreichen das Häuflein Kind im Arm der großen Gestalt nicht. Diese Gestalt geht und geht durch die Feuerflammen; die Schritte werden immer größer, der Gang wird immer schneller. Das Kind wird zu einer großen Stadt gebracht. Diese Stadt ist golden. Die riesige Gestalt geht auf das Tor zu. Ein uraltes, wunderschönes Tor, rosenumrankt, überwachsen mit einer Flut von Rosen, Blüten, Knospen und grünen Blättern. Alles blüht und ist neu und duftet. Die große Gestalt setzt den Pastor in dem Tor ab. Er ist jetzt sicher, gerettet, und wird wieder auf seine eigenen Beine gestellt. Dann wächst er, und aus dem Häufchen wird wieder eine Person, die weiß gekleidet ist.

Nach einer Zeit des Gebets teilten wir diese Vision unserem Freund mit. Seine Freunde und er beteten darüber und waren sich einig, die Vision der Frau des kranken Pastors mitzuteilen. Kurz vor dem Tod des Pastors geschah dann folgendes: Der Pastor war sehr geschwächt und sah äußerlich nur noch wie ein kleines Häufchen aus; seit Tagen konnte er nicht mehr sprechen. Eine Verwandte und seine Frau waren an seinem Krankenbett. Die Verwandte öffnete den Mund und sagte zu der Frau des Pastors: Wo ist jetzt dein Gott? Wie kann er das zulassen? Bitterkeit und Schmerz kam aus ihrem Mund. Die Ehefrau sagte: Du siehst das ganz falsch. In Wirklichkeit trägt ihn gerade ein Engel zu Gott. Dieser Engel behütet ihn vor Schaden. In diesem Augenblick öffnete der Sterbende seinen Mund und predigte das Evangelium. Eine Krankenschwester, die dabeistand, sagte: Das ist wirklich ein Mann Gottes.

  
  Weitere Informationen:
Gekürzter Auszug aus:

Marianne Peuster
Gott spricht in meinen Tag hinein.
Hilfen für den Umgang mit Prophetie im Alltag. Mit einem Vorwort von Jack Deere GGE-Verlag, Hamburg, 2008.

Das Buch kann in der GGE-Geschäftsstelle bestellt werden: wagner@gge-online.de. Telefon: 040-32 33 07-0 oder online im Webshop der GGE.
 
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Verfasst wurde dieser Beitrag von:  
  Marianne und Wolfgang Peuster  
  Wolfgang Peuster ist seit 35 Jahren in der Justiz Baden-Württembergs beschäftigt, gegenwärtig in verantwortlicher Position in Freiburg. Seine Ehefrau Marianne arbeitete früher als Erzieherin. Schwerpunkt ihres gemeinsamen Dienstes ist neben ihrer Lehrtätigkeit auf Konferenzen und Seminaren die Beratung von Leitern in Kirche, Gemeinde, Wirtschaft und Gesellschaft. Seit über zehn Jahren leiten sie inzwischen drei Arbeitskreise der GGE für Prophetie, zu dem monatlich leitende Mitarbeiter aus gegenwärtig 12 verschiedenen Gemeinden in Südbaden und der Schweiz zusammenkommen, um von ihnen geschult zu werden.  
 
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  Letzte Änderung: 22.07.2009, 11:37 Uhr
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