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Göttlicher Realismus |
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Gedanken zur Jahreslosung 2009 |
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von Friedrich Aschoff |
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"Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich." (Lk 18,27) |
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Mit diesem Satz antwortet Jesus auf die Frage seiner erschrockenen Jünger: "Wer kann dann gerettet werden?" Es geht hier um die Macht des Geldes, das unserem Leben Sicherheit verspricht. |
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2009 - ein Jahr ohne Sicherheiten |
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Wir starten 2009 in ein Jahr ohne Sicherheiten! Alle Wirtschaftsfachleute, Politiker und Journalisten bereiten uns seit Wochen auf schlechte Nachrichten vor. Egal ob es die "Sieben Wirtschafts-Weisen" sind oder renommierte Institute wie das Ifo-Institut, die Europäische Zentralbank oder die Weltbank. Sogar der Mann, der kürzlich erst den Wirtschaftsnobelpreis erhalten hat, Paul Krugman, wagte es nicht, Entspannung vorauszusagen. Man solle sich lieber auf sehr schwierige Zeiten vorbereiten. Ausgerechnet in einem solchen Jahr bekommen wir die Jahreslosung zugeteilt: "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich." |
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Dabei geht es weder bei Jesus noch in der Jahreslosung um eine Voraussage für unsere Wirtschaftslage. Es geht auch nicht um irgendwelche Beruhigungsparolen etwa in dem Sinn: "Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird." Oder: "Alles halb so schlimm. Wir werden noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen." Weder Pessimismus noch Optimismus sind angesagt. Es geht vielmehr um den göttlichen Realismus, den uns Jesus vorlebt, wenn er sagt: "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich." |
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Die Frage aller Fragen |
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Was war geschehen? Ein Mann, offenbar aus der Oberschicht der Gesellschaft, aus gutem und wohlhabendem Haus war zu Jesus gekommen. Er stellt Jesus die Frage aller Fragen: "Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?" Eine wichtigere Frage gibt es in unserem Leben nicht. Es ist die Sinnfrage unseres Lebens schlechthin: Was muss ich tun, dass ich vor Gott bestehen kann? Wie bekommt mein Leben bleibenden Sinn und dauerhafte Beständigkeit? |
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Zunächst weist Jesus die respektvolle Anrede "guter Meister" zurück und erinnert, dass nur Gott selbst dieses Lob zukommt: "Niemand ist gut als Gott allein!" Dann verweist er ganz schlicht auf die Zehn Gebote, von denen er nur einige aufzählt. Der vornehme Mann kann sagen: Das habe ich alles gehalten von Jugend an. Das wird ihm von Jesus nicht bestritten, sondern geglaubt und abgenommen. Bei Markus steht an dieser Stelle sogar, dass Jesus ihn lieb gewann. Gerade deswegen kann Jesus ihm nicht ersparen, ihn ganz in die Nachfolge zu rufen. Er spürt, dass das Herz dieses jungen Mannes nicht frei ist für Gott. Das Entscheidende fehlt ihm. Er setzt noch immer auf die falschen Werte. Seine Sicherheit sind sein Geld und sein Besitz. Für ihn war es darum nötig, alles zu verkaufen und Jesus ganz nachzufolgen. Aber das kann er nicht. Er will nicht sein Leben so radikal auf Gott setzen. |
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Das Wunder des ewigen Lebens |
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Die Zuhörer sind entsetzt, als Jesus feststellt: "Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes. Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als ein Reicher in das Reich Gottes komme." Die Zuhörer sprachen: "Wer kann dann selig (gerettet) werden?" Menschlich gesehen ist es unmöglich - aber bei Gott ist es möglich. Das ist das Wunder des ewigen Lebens. Gott macht es möglich, nicht nur bei ein paar wenigen Auserwählten wie Franziskus von Assisi, Elisabeth von Thüringen, Nikolaus von Zinzendorf oder Friedrich von Bodelschwingh. Sie alle waren einmalige Persönlichkeiten! Aber Gott macht es möglich auch für uns und für viele. Wir können uns entscheiden für Gott und das ewige Leben ergreifen. Wir sollen alles auf diese Karte setzen. |
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Dann könnte es sein, dass gerade das Jahr möglicher großer wirtschaftlicher Verluste für uns zum Jahr des größten Gewinns wird. Dass wir das gewinnen, was man sich nicht für alles Geld in der Welt kaufen kann, den "Schatz im Himmel". Ihn bietet uns der Vater im Himmel an, gratis, aus Gnade - in seiner grenzenlosen Liebe. |
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Verfasst wurde dieser Beitrag von: |
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Friedrich Aschoff |
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Jahrgang 1940. Studium der Theologie in Oberursel, Münster, Heidelberg und Erlangen. Von 1971 bis 1999 Gemeindepfarrer in Kaufering (Oberbayern). 1988-2004 Erster Vorsitzender der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche, seit 2004 deren Ehrenvorsitzender. Verheiratet, drei erwachsene Kinder. |
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E-Mail: friedrich.aschoff@gmx.de |
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Letzte Änderung: 14.12.2010, 09:37 Uhr |
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